24h of Sitterdorf 2020

 

Rennbericht von Reto mit Videomaterial von Roger

 

 

 

Um dieses schon fast Legendäre Rennen zu beschreiben, werde ich jetzt einfach mal einige Wörter und Sätze wirken lassen:

 

„geschmolzen“ „Schrauben verloren“ „Attackierende Greifvögel“ „Die letzten 20 Rennminuten“ „Chuck Norris Witze“ „Sekundenschlaf“

 

Aber jetzt erst mal der Reihe nach.

 

 

Pünktlich um 10.30 Uhr am Samstag traf sich das Team und Bezog ihr Material und ihren Platz. Das Mittagessen viel üppig aus, und Reto's Bohnensalat nervte später das ganze Team.

 

Die Qualifikation haben wir Pro-forma gefahren.

Um 13.00 Uhr ging es dann auch richtig los.

Und  es wurde sehr schnell stressig. Nach nur 5 !!! Minuten blieb das Auto das erste Mal stehen. Ein heisser Regler hat sich selber abgeschaltet. Wir entschieden uns, nach dem Abkühlen weiterzufahren. Danach ist das Problem bis zum Rennende nicht mehr aufgetreten. Doch wir wurden als Team weiter geprüft.

 

Merkwürdige Geräusche machten sich bemerkbar. Und wir fragten uns, was das sein könnte. Und ehe wir uns versahen, verlor der Rennwagen vorne rechts sein Rad. Schnell wurde ein neues Montiert, und weitergefahren. Doch nach zwei weiteren Runden ging selbes wieder verloren. Und am Schrauber-platz haben wir bemerkt was los war. Ein Kugellager ging nicht mehr. Die Stahlwelle die darin lief, wurde sehr heiss, und lies die Felgen Schmelzen! Nachdem alles Repariert war, hatten wir uns schon einen beachtlichen Rückstand eingehandelt. Später gingen noch 2 Schrauben von den Querlenkern verloren, doch dies konnte schnell behoben werden auf kosten von weiteren, wertvollen Runden.

So plätscherte das Rennen bis 23.00 Uhr vor sich hin. Interessanterweise gab es mehrere Teams, die zum Teil lange in denselben Runden unterwegs waren. Und das über Stunden. Schnelles Akkuwechseln war also gefragt.

 

Es wurde uns klar, dass wir nur über die Dauer, und über die Konstanz noch aufholen konnten, wenn überhaupt. Zu dem Zeitpunkt lagen wir auf Platz 5.

Henrik und Reto gingen sich in ihren Autos für 3,5 Stunden erholen. An Schlaf war jedoch nicht zu denken, weil irgendwo im Wald eine Party mit lauter Bravo Hits Musik lief. Wir hätten locker mitsingen können. Doch so fanden wir irgendwie doch noch etwas schlaf.

 

Um 2:30 Uhr lösten wir Roger und Ronny ab. Zu dieser Zeit hat auch Jamiro schlapp gemacht. Und Henrik und Reto mussten bis 6:30 Uhr zu zweit weiterfahren. Wir sind in dieser Zeit bis auf 8 Runden an das viert Platzierte Team ran gekommen. Doch ein Unfall Zwang uns dazu, den Achsschenkel vorne Rechts zu wechseln. Gleichzeitig waren die Akkus in der Fernbedienung, und am Auto leer. Ja, es war alles etwas kompliziert. Wir waren müde, Reto hatte Sekundenschlaf Anfälle während des Fahrens, es war ein Chaos an unserem Schrauber-platz. Durchbeissen war angesagt.

 

Punkt 6.30 Uhr kamen Roger und Ronny von ihrer Pause zurück. Sie konnten besser pennen als der Rest des Teams, und Henrik und Reto waren froh, dass sie uns gleich unterstützten. So konnten wir mal etwas Futtern. Reto deckte am morgen früh zusammen mit einem anderen Fahrer die Mitstreiter auf dem Fahrerpodest mit Chuck Norris Witzen ein, was zu allgemeinem Gelächter führte. Jamiro schlief nach wie vor tief und fest auf Retos Campingstuhl. Wir beschlossen, ihn nicht zu wecken. Er ist ja auch noch ein Kind.

Nachdem alle ihren Kaffee hatten, oder sich sonst wie verköstigt hatten, bliesen wir zur Offensive. Unsere Taktik, die Akkus anstelle des 40 Minuten Turnus zu wechseln, entschieden wir uns auf der schneller werdenden Strecke auf 30 Minuten runterzugehen. Dies machte sich bezahlt, und um 10.30 Uhr schoben wir uns auf den vierten Platz. Allmählich machte sich bei der Konkurrenz der Verschleiss an Mensch und Maschine bemerkbar. Wir holten sogar auf den erstplatzierten auf. Ja, Zeitweise hatten wir das schnellste Auto auf dem Platz! Neue Hoffnung keimte auf. Auch der Mäusebussard der über der Rennstrecke seine Runden drehte, konnte unser Auto nicht mehr bremsen. (Der hat sich tatsächlich auf eines der weissen Rennautos gestürzt, hat es aber nicht erwischt!)

Runde für Runde näherten wir uns fast unbemerkt dem Dritt platziertem Team. Jamiro, mittlerweile wieder unter den lebenden, nahm seinen Streckenposten Platz wieder ein. Und das zu Rogers Glück! Der er war der einzige der bemerkte, dass unser Konkurrent vor uns schwächelte. Und dass, obwohl er selber am Fahren war! Und tatsächlich versagte unserem Konkurrent auf dem dritten Platz liegend der Motor. Und das 20 Minuten vor Rennende. Wir alle waren am Rechnen, und wir merkten, dass es um 5 Minuten reichen konnte, uns auf den dritten Platz zu drücken.

 

Aber nur, wenn die anderen den Schaden nicht rechtzeitig behoben bekamen.

 

Und so passierte es noch. 5 Minuten vor Rennende überholten wir die Pechvögel des Tages. Jamiro übernahm die Fernsteuerung, und fuhr den Wagen ganz sicher nach 24 Stunden, und 3007 gefahrenen Runden ins Ziel. Das sind sagenhafte 793,85 Kilometer! Eine Strecke von Sitterdorf bis nach Berlin!

Wir konnten es kaum fassen. All die Anstrengung, die Probleme die wir lösen mussten. All das durchbeissen, auch morgens um 5.00 Uhr, wo Henrik und Reto verzweifelt versucht haben den Achsschenkel schnell zu Reparieren. Der leichte Regen der für 5 Minuten kam .....  All das hat sich gelohnt. Das Rennen ist halt erst nach 24 Stunden zu Ende. Und nicht nach 23:54 Stunden.

 

Nach der Siegerehrung, wo wir einen Monster Spitzbub bekommen haben, ging es noch zum Team Foto Termin.

 

Und danach haben wir spontan beschlossen, ein Eis essen zu gehen. Das haben wir uns auch mehr als verdient. Ja, so sehen „Sieger“ aus. Das Rennen wird uns lange in guter Erinnerung bleiben.


Hier noch die Rennberichte von Roony und Henrik

Die Piste in Sitterdorf war noch Nass als wir eingetroffen sind und während  der Qualifikation trocknete sie langsam ab. Als wir sahen dass sich niemand auf die Strecke wagte, ergriffen wir die Initiative,  und eröffneten auf der noch feuchten Piste, die Jagt auf die Pole Position.

 

Wir Starteten auf dem 6. Platz.

 

Es ging nicht lange bis der Defekt Teufel zuschlug, zuerst schaltete sich der Regler aus, der aber nach Aus und Einschalten seine Arbeit

 

Wieder Verrichtete, dann ging Plötzlich ein Rad verloren!? Ein neues Montiert und weiter ging’s, wir hatten uns nicht viel gedacht dabei, da ging schon wieder ein Rad stiften, dann bemerkten wir sehr schnell, dass da was nicht i.O. war.

 

Ein Kugellager ist Heiss  gelaufen, es wurde so Heiss das sich die Radmutter durch die Disc Felge schmolz, die Kugellager gewechselt und weiter ging‘s.

 

Der nächste Defekt, kam dann ein bisschen später, nach einem uhrplötzlichen 360*  Dreher auf der langen gerade, ging ein Achsstift verloren, kurze Zeit später ging noch ein Achsstift flöten, wir wurden geprügelt vom Defekt Teufel, als dann alles behoben und modifiziert war ging es an die Aufholjagd Runde um Runde bis mitten in die Nacht kamen wir bis auf 18 Runden an den vor uns  liegenden Konkurrenten Team Expert Racing  heran, Jamiro nickte schon auf dem Camping Stuhl ein, wir liessen Schlafen. Als Reto und Henrik wieder zurück auf dem Platz waren gingen Ronny und Roger sich Schlafen legen.

Ich (Henrik) bin um 02:50 zurück zum Team gekommen und auch wir haben Jamiro weiter schlafen lassen. Jamiro meinte noch, bis um 05:00 würde er locker durchhalten. Er brauchte allerdings viel mehr schlaf als er wohl dachte. Also machten wir uns zu zweit auf die Aufholjagt zum Team Expert Racing, welches sich auf Platz vier befand. Eigentlich sah es sehr gut aus für und, bis durch einen Unfall mit einem gegnerischen Modellauto der rechte vordere Achsschenkel zu bruch ging. Der Ersatz war nicht leicht, da wir auf unserem Schraubertisch zu unorganisiert waren. Nicht mal einen neuen Senderackku fanden wir auf anhieb. Fehler, welche uns viel unnötige Zeit kistete, wi unsere Gegner fleissig am Runden sammeln waren. Zurück auf der Piste, ging das alles wie es von Anfang an hätte gehen sollen. Allmählich konten wir langsam etwas aufholen. Aber eben, langsam. Etwa 1 Stunde vor Rennende hatte das Team "Expert Racing" eine längere Panne, welche uns aufholen und sogar noch einen Vorsprung rausholen lies. Wir waren nun auf dem 4. Platz und waren voller Glück. Dann kam das ganz unerwartete... das Team vor uns, das "Team Kyosho" hatte ebenfalls eine Panne. Sie hatten einen Vorsprung von 18 Runden. 6 Min vor Rennende hatten wir sie eingeholt und konnten noch ein paar Runden bis zum Rennende rausholen.
Überglücklich über den 3. Platz, welcher unser Mindestziel für dieses 24 Stunden Rennen war, gingen wir auf dem nach Hause Weg einen Wohlverdienten Coupe essen... lecker